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Wissen: Energieberatung, Sanierung & Mieterstrom

Energieberatung ist voller Abkürzungen: iSFP, BEG, JAZ, MaStR. Damit Sie Förderbescheide, Angebote und Sanierungsfahrpläne souverän lesen können, erklären wir die wichtigsten Begriffe rund um Energieberatung, Gebäudesanierung, Wärmepumpe, Photovoltaik und Mieterstrom – in klarer Sprache und mit Bezug zur Praxis im Ruhrgebiet.

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86 Begriffe in 6 Kategorien

Energieberatung & Förderung

Begriffe rund um die staatlich geförderte Energieberatung für Wohngebäude, BAFA- und KfW-Programme sowie die Rolle des Energieberaters.

Energieberatung für Wohngebäude (EBW)

Staatlich geförderte Vor-Ort-Beratung nach der BAFA-Richtlinie für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Ergebnis ist entweder ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) oder ein Konzept zur Komplettsanierung. Pflichtleistung, wenn Förderung über die BEG-Einzelmaßnahmen angestrebt wird.

Siehe auch: iSFP, BAFA, BEG

Mehr dazu: Energieberatung

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

Ein nach BAFA-Vorgaben erstellter, schrittweiser Sanierungsplan für ein bestehendes Wohngebäude. Er bündelt aufeinander abgestimmte Maßnahmenpakete und erhöht die BEG-Förderquote für Einzelmaßnahmen um 5 Prozentpunkte (iSFP-Bonus). Gültigkeit für die Umsetzung: bis zu 15 Jahre.

iSFP-Bonus

Zusätzliche 5 % Förderung auf BEG-Einzelmaßnahmen, wenn die Maßnahme im individuellen Sanierungsfahrplan empfohlen wurde. Gilt pro Wohneinheit bis zu einer Bemessungsgrenze von 60.000 € pro Kalenderjahr.

Siehe auch: iSFP, BEG-EM

BAFA

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Bewilligt unter anderem die Förderung der Energieberatung für Wohngebäude sowie BEG-Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und Anlagentechnik (außer Heizung).

Siehe auch: BEG-EM, KfW

KfW

Die staatliche Förderbank wickelt die BEG-Förderung für Heizungstausch (KfW 458) und Komplettsanierungen zum Effizienzhaus (KfW 261) ab. Anträge laufen über das KfW-Zuschussportal, in der Regel vor Beginn der Maßnahme.

BEGBundesförderung für effiziente Gebäude

Dachprogramm für die Förderung energieeffizienter Neubauten, Sanierungen, Einzelmaßnahmen und Heizungstausch. Untergliedert in BEG WG (Wohngebäude), BEG NWG (Nichtwohngebäude) und BEG EM (Einzelmaßnahmen).

BEG-EM

BEG für Einzelmaßnahmen: Zuschüsse für einzelne energetische Sanierungen wie Dämmung, Fenster oder Anlagentechnik. Grundförderung 15 %, mit iSFP-Bonus 20 %, Bemessungsgrenze 30.000 € (60.000 € mit iSFP) pro Wohneinheit und Jahr.

Siehe auch: iSFP-Bonus, BAFA

Heizungsförderung (KfW 458)

Zuschuss für den Tausch fossiler Heizungen gegen klimafreundliche Wärmeerzeuger, vor allem Wärmepumpen, Biomasse- und Hybridanlagen. Grundförderung 30 %, ergänzt um Klimageschwindigkeits-, Einkommens- und Effizienzboni – maximal 70 %.

Effizienzhaus

Standard für energetisch sanierte oder neu gebaute Wohngebäude, definiert über Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust im Vergleich zum GEG-Referenzgebäude. Stufen: EH 85, 70, 55, 40 – die Zahl ist der zulässige Primärenergiebedarf in Prozent.

Energieeffizienz-Experte

Berater mit Bauvorlageberechtigung oder technischer Qualifikation und Zusatzausbildung Energieberatung. Nur er darf BzA und TPN für die geförderten BEG-Programme ausstellen.

Siehe auch: BzA, TPN, EEE-Liste

BzABestätigung zum Antrag

Vom Energieeffizienz-Experten ausgestellter Nachweis, dass eine geplante Maßnahme die technischen Mindestanforderungen der BEG erfüllt. Wird beim Förderantrag eingereicht.

Siehe auch: TPN, BEG

TPNTechnischer Projektnachweis

Nach Abschluss der Maßnahme bestätigt der Energieeffizienz-Experte mit dem TPN die fachgerechte Umsetzung. Erst dann zahlt der Fördergeber den Zuschuss aus.

Siehe auch: BzA, Baubegleitung

Baubegleitung

Förderfähige Leistung des Energieberaters: Planung, Ausschreibungsunterstützung, Qualitätssicherung auf der Baustelle und Verwendungsnachweis. Bei BEG-EM mit 50 % bezuschusst, max. 5.000 € pro Vorhaben.

Siehe auch: BEG-EM, TPN

Quick-Check Energieberatung

Kompakter Vor-Ort-Termin mit kurzem Bericht – ohne Förderantrag. Sinnvoll, um vor einer iSFP-Beauftragung Klarheit über Sanierungs- oder Wärmepumpeneignung zu bekommen.

Siehe auch: iSFP, Wärmepumpe

Mehr dazu: Quick-Check

Energieausweis

Pflichtdokument bei Verkauf oder Neuvermietung, das den energetischen Zustand eines Gebäudes beschreibt. Zu unterscheiden sind Verbrauchs- und Bedarfsausweis – der Bedarfsausweis ist aussagekräftiger für Sanierungsentscheidungen.

Bedarfsausweis

Energieausweis auf Basis einer technischen Berechnung der Gebäudehülle und Anlagentechnik. Unabhängig vom Nutzerverhalten und Pflicht für ältere Gebäude mit weniger als fünf Wohneinheiten ohne nachgewiesene Sanierung.

Verbrauchsausweis

Energieausweis auf Basis des tatsächlichen Heizenergieverbrauchs der letzten drei Jahre. Einfacher zu erstellen, aber stark vom Nutzerverhalten abhängig – weniger geeignet als Sanierungsgrundlage.

Gesetze, Normen & Kennwerte

Die rechtlichen Leitplanken (GEG, EnEV-Nachfolge) sowie die wichtigsten energetischen Kennwerte, mit denen Gebäude bewertet werden.

GEGGebäudeenergiegesetz

Zentrales Bundesgesetz zur Energieeffizienz und Wärmeversorgung von Gebäuden seit 2020, novelliert 2024. Es löste EnEV, EnEG und EEWärmeG ab und enthält die 65-%-Erneuerbare-Pflicht für neue Heizungen.

65-%-EE-Pflicht

Anforderung des GEG: Jede neu eingebaute Heizung muss zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. In Bestandsgebäuden gilt sie an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt.

Kommunale Wärmeplanung

Pflicht für Städte und Gemeinden, bis 2026 (Großstädte) bzw. 2028 die zukünftige Wärmeversorgung räumlich zu planen. Sie entscheidet darüber, wann die 65-%-Regel in Bestandsgebäuden wirksam wird und ob Fernwärme verfügbar sein wird.

Primärenergiebedarf

Energie, die unter Berücksichtigung vorgelagerter Prozesskette (Förderung, Umwandlung, Transport) für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung benötigt wird. Maßstab für GEG- und Effizienzhaus-Einstufung.

Endenergiebedarf

Energie, die als Brennstoff oder Strom ans Gebäude geliefert werden muss, ohne Vorkette. Praxisnaher Wert zur Abschätzung der Heizkosten.

Nutzenergie

Tatsächlich im Raum nutzbare Wärme (oder Kühlung). Differenz zur Endenergie sind Verluste der Anlagentechnik – ein wichtiges Stellhebel für Optimierungen wie hydraulischen Abgleich.

Primärenergiefaktor

Multiplikator, der Endenergie in Primärenergie umrechnet. Erdgas hat 1,1, Strom-Mix 1,8 (sinkend), Holz 0,2 – Wärmepumpen profitieren beim Effizienzhaus-Nachweis besonders.

U-Wert

Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m²·K): Wie viel Wärme strömt pro Quadratmeter Bauteilfläche und Kelvin Temperaturdifferenz nach außen. Je niedriger, desto besser – ein 1970er-Außenwand liegt oft bei 1,4, eine gedämmte bei 0,2.

Transmissionswärmeverlust (H'T)

Auf die wärmeübertragende Hüllfläche bezogener mittlerer U-Wert eines Gebäudes. Kennzahl für die Qualität der Gebäudehülle im GEG-Nachweis.

Siehe auch: U-Wert, GEG, Effizienzhaus

Wärmebrücke

Bauteilbereich mit erhöhtem Wärmeabfluss, z. B. Balkonplatte oder Fensterlaibung. Wärmebrücken erhöhen den Heizbedarf und sind häufige Ursache für Schimmel.

Luftdichtheit / Blower-Door

Maß für unkontrollierte Luftströme durch die Gebäudehülle, gemessen mit dem Blower-Door-Test (n₅₀-Wert). Wichtig für Effizienzhaus-Nachweis und Komfort, vor allem bei Lüftungsanlagen.

CO₂-Faktor Strom

Emissionsintensität des deutschen Strommix, derzeit rund 380 g CO₂/kWh und sinkend. Entscheidend für die ökologische Bewertung von Wärmepumpen und Mieterstrom.

Gebäudehülle & Sanierung

Maßnahmen und Begriffe rund um Dämmung, Fenster und Bauteile – sie bestimmen, wie viel Heizenergie ein Gebäude überhaupt braucht.

WDVSWärmedämmverbundsystem

Auf die Außenwand aufgeklebte/gedübelte Dämmplatten mit armiertem Putz. Häufigste Lösung zur Fassadensanierung – BEG-förderfähig, sofern der erreichte U-Wert ≤ 0,20 W/(m²·K) liegt.

Siehe auch: U-Wert, BEG-EM, EPS, Mineralwolle

Einblasdämmung

Loses Dämmmaterial wird in zweischaliges Mauerwerk oder Hohlräume eingeblasen. Schnelle, vergleichsweise günstige Maßnahme, häufig sinnvoll im Ruhrgebiet bei den verbreiteten Hohlschicht-Bauten.

Siehe auch: WDVS, U-Wert

Innendämmung

Dämmung von innen, wenn die Fassade z. B. unter Denkmalschutz steht. Erfordert sorgfältige bauphysikalische Planung (Taupunkt, Wärmebrücken), um Feuchteschäden zu vermeiden.

Siehe auch: Wärmebrücke, Taupunkt

Aufsparrendämmung

Dämmung oberhalb der Sparren bei Dachsanierung – wärmebrückenarm und ohne Eingriff in den Wohnraum. Voraussetzung: Neueindeckung des Dachs.

Zwischensparrendämmung

Dämmung zwischen den Dachsparren, meist mit Klemmfilz. Kostengünstiger als Aufsparrendämmung, aber häufiger anfällig für Wärmebrücken und Luftundichtheiten.

Kellerdeckendämmung

Eine der wirtschaftlichsten Einzelmaßnahmen: Dämmplatten an der Unterseite der Kellerdecke senken Wärmeverluste in unbeheizte Kellerräume. Kurze Amortisationszeit, BEG-förderfähig.

Siehe auch: BEG-EM, U-Wert

Oberste Geschossdecke

Decke zum unbeheizten Dachboden. Ihre Dämmung ist nach GEG nachzurüsten, wenn der Dachraum nicht ausgebaut ist – einfache, hochwirksame Maßnahme.

Siehe auch: GEG, U-Wert

EPSExpandiertes Polystyrol

Standard-Dämmstoff (z. B. Styropor®) für WDVS und Perimeterdämmung. Günstig, leicht, brandschutztechnisch begrenzt – Alternative: Mineralwolle oder Holzfaser.

Mineralwolle

Nichtbrennbarer Dämmstoff aus Stein- oder Glasfasern. Höherer Brandschutz und Schallschutz als EPS, dafür teurer und schwerer zu verarbeiten.

Siehe auch: EPS, Holzfaser, WDVS

Holzfaserdämmung

Diffusionsoffener, ökologischer Dämmstoff mit gutem sommerlichen Wärmeschutz. Häufig in Holzbau und im Bestand bei Innendämmung eingesetzt.

Fensteraustausch

Dreifachverglasung mit Uw ≤ 0,95 W/(m²·K) erfüllt die BEG-Anforderungen. Wichtig: Wenn nur Fenster getauscht werden, muss zugleich die Lüftung sichergestellt werden, sonst droht Feuchteschaden.

Schimmel

Folge zu hoher Luftfeuchte an kalten Oberflächen. Nach Fenstertausch oder unzureichender Dämmung mit Wärmebrücken besonders kritisch – Lüftungskonzept ist Pflicht.

Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Kontrollierte Wohnraumlüftung, die der Abluft Wärme entzieht und der Zuluft zuführt – Rückgewinnungsgrad oft > 80 %. Bei gut gedämmten Gebäuden Pflichtbestandteil eines guten Lüftungskonzepts.

Taupunkt

Temperatur, bei der Wasserdampf aus der Luft kondensiert. Schlecht gedämmte Innenecken, Wärmebrücken oder fehlerhafte Innendämmung führen zur Taupunktunterschreitung und Schimmelbildung.

Heizung & Wärmeerzeugung

Vom Heizkessel über die Wärmepumpe bis zur Verteilung – diese Begriffe bestimmen Effizienz, Komfort und Förderfähigkeit der Anlagentechnik.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Häufigste Bauart: Außenluft als Wärmequelle, Wasser als Heizkreis. Günstiger als Sole-Wärmepumpe, dafür geringere JAZ bei sehr niedrigen Außentemperaturen.

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Erdwärmepumpe mit Erdsonden oder Flächenkollektoren. Höhere JAZ und konstantere Effizienz, dafür Investition in Bohrung und Genehmigung.

JAZJahresarbeitszahl

Verhältnis von abgegebener Heizenergie zu eingesetztem Strom über ein Jahr. Eine JAZ von 3,5 bedeutet: 1 kWh Strom liefert 3,5 kWh Wärme. Wichtigste Effizienzkennzahl für Wärmepumpen.

Siehe auch: COP, Wärmepumpe, Heizlast

COPCoefficient of Performance

Momentane Leistungszahl der Wärmepumpe bei genormten Bedingungen. Anders als die JAZ ein Laborwert – für Förderfähigkeit (z. B. ETAs-Wert) und Datenblattvergleiche relevant.

Siehe auch: JAZ, Wärmepumpe

Vorlauftemperatur

Temperatur des Heizwassers, das vom Wärmeerzeuger zu den Heizflächen geht. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei Vorlauftemperaturen ≤ 55 °C – ein Schlüsselkriterium für die Sanierungsstrategie.

Hydraulischer Abgleich

Einregulierung der Heizkreise, sodass jeder Heizkörper die geplante Wassermenge erhält. Pflicht für BEG-Förderung der Heizungsoptimierung und Voraussetzung für niedrige Vorlauftemperaturen.

Heizungsoptimierung

Förderfähiges Maßnahmenpaket aus hydraulischem Abgleich, Pumpentausch und Anpassung der Regelung. Kleine Investition, oft 10–15 % Energieeinsparung.

Heizflächenauslegung

Prüfung, ob bestehende Heizkörper die Räume bei niedriger Vorlauftemperatur ausreichend wärmen. Häufig genügt es, einzelne Heizkörper gegen größere oder Niedertemperatur-Modelle zu tauschen.

Flächenheizung

Fußboden- oder Wandheizung mit großer Übertragungsfläche und niedriger Vorlauftemperatur. Optimaler Partner für Wärmepumpen.

Pufferspeicher

Wasserspeicher, der Wärme zwischenspeichert und Taktbetrieb der Wärmepumpe reduziert. Verbessert Effizienz und ist bei kleinem Heizkreisvolumen oft Pflicht.

Hybridheizung

Kombination aus Wärmepumpe und Gas- oder Ölbrenner. Sinnvoll im Bestand, wenn die Heizlast bei tiefen Temperaturen nicht effizient elektrisch gedeckt werden kann – Übergangslösung mit klaren GEG-Spielregeln.

Brennwertkessel

Gas- oder Ölheizung, die zusätzlich die Kondensationswärme der Abgase nutzt. Nach GEG nur noch unter strengen Bedingungen einbaubar – langfristig Auslaufmodell.

Siehe auch: GEG, Hybridheizung

Fernwärme

Zentral erzeugte Wärme, über ein Leitungsnetz an Gebäude verteilt. Im Ruhrgebiet großflächig verfügbar; Anschlusspflicht und Preisbindung sollten im Einzelfall geprüft werden.

Solarthermie

Kollektoren auf dem Dach erzeugen Warmwasser oder unterstützen die Heizung. Sinnvoll v. a. bei Mehrfamilienhäusern mit hohem Warmwasserbedarf – kombinierbar mit Wärmepumpe.

Photovoltaik & Stromerzeugung

Begriffe, die Sie für Planung, Wirtschaftlichkeit und Förderung einer eigenen Solaranlage kennen sollten – privat oder im Mehrfamilienhaus.

Photovoltaik (PV)

Direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom über Solarzellen. Für Wohngebäude im Ruhrgebiet meist auf dem Dach, zunehmend auch als Fassaden- oder Balkon-PV.

kWpKilowatt-Peak

Nennleistung einer PV-Anlage unter Standard-Testbedingungen. Im Ruhrgebiet ergibt 1 kWp pro Jahr ca. 950–1.000 kWh Stromertrag.

Spezifischer Ertrag

Stromertrag pro installiertem kWp und Jahr (kWh/kWp/a). Maß zur Bewertung von Verschattung, Ausrichtung und Modulqualität.

Siehe auch: kWp, Verschattung

Autarkiegrad

Anteil des Strombedarfs, der aus eigener PV-Anlage gedeckt wird. Hängt stark von Lastprofil, Anlagengröße und Speicher ab.

Batteriespeicher

Lithium-Ionen-Speicher zur Zwischenspeicherung von PV-Strom. Faustregel: 1 kWh Speicher pro 1 kWp Anlagenleistung – Überdimensionierung lohnt wirtschaftlich selten.

Wechselrichter

Wandelt den Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom. Zentral für Sicherheit, Monitoring und Notstromfähigkeit – Lebensdauer 10–15 Jahre.

MPP-Tracking

Algorithmus im Wechselrichter, der die Module immer am Punkt maximaler Leistung betreibt. Mehrere MPP-Tracker erlauben unterschiedliche Modulausrichtungen am gleichen Dach.

Verschattung

Abschattung durch Bäume, Schornsteine oder Nachbargebäude. Schon kleine Verschattungen reduzieren den Ertrag überproportional – Modul-Layout und Modul-Leistungsoptimierer können das mildern.

Volleinspeisung

Variante, bei der der gesamte PV-Strom ins Netz eingespeist wird – höhere Einspeisevergütung, kein Eigenverbrauch. Für Anlagen mit geringem oder unpassendem Eigenbedarf sinnvoll.

Überschusseinspeisung

Standardmodell: Erst Eigenverbrauch, nur Überschüsse werden eingespeist. Niedrigere Vergütung, aber höhere Gesamterträge bei normalem Haushaltsverbrauch.

EEG-Vergütung

Festgelegte Vergütung nach Erneuerbare-Energien-Gesetz für ins Netz eingespeisten Strom, für 20 Jahre garantiert. Höhe abhängig von Anlagengröße und Einspeisemodell – wird regelmäßig angepasst.

Marktstammdatenregister (MaStR)

Bundesweites Register für Strom- und Gaserzeugungsanlagen bei der Bundesnetzagentur. Jede PV- und Speicheranlage muss dort fristgerecht angemeldet werden – sonst entfällt die EEG-Vergütung.

PV-Dachpflicht NRW

In Nordrhein-Westfalen Pflicht zur Errichtung einer PV-Anlage bei Neubauten und ab 2026 auch bei grundlegender Dachsanierung von Wohngebäuden. Mindestgröße: 30 % der geeigneten Dachfläche.

Wallbox

Heimladestation für E-Autos. Sinnvolle Ergänzung zur PV-Anlage, weil tagsüber geladen werden kann – mit PV-Überschuss-Steuerung erhöht sie die Eigenverbrauchsquote deutlich.

Notstrom & Ersatzstrom

Funktion bestimmter Wechselrichter, bei Netzausfall einzelne Steckdosen oder das ganze Haus aus PV und Speicher zu versorgen. Wichtiger Unterschied: Notstrom = Insel kurzzeitig, Ersatzstrom = automatische Hausversorgung.

Mieterstrom & Mehrfamilienhaus

Spezialthemen für Eigentümer und Verwalter von Mehrfamilienhäusern, die PV-Strom direkt an Mieter liefern wollen.

Mieterstromzuschlag

Nach EEG geförderter Bonus von einigen Cent pro kWh für Mieterstrom-Lieferungen. Voraussetzungen: Anlage ≤ 100 kWp, Lieferung im selben Quartier, Konformität mit Energiewirtschaftsrecht.

Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung

Seit 2024 mögliches Modell, bei dem PV-Strom innerhalb eines Gebäudes ohne Lieferantenstatus an mehrere Letztverbraucher geht. Reduziert den bürokratischen Aufwand gegenüber klassischem Mieterstrom erheblich.

Messkonzept

Schaltbild und Zählerplan, das beschreibt, wie Erzeugung, Eigenverbrauch und Mieterstromlieferung gemessen werden. Wird vom Messstellenbetreiber freigegeben – ohne gültiges Messkonzept keine Abrechnung.

Summenzählermodell

Variante des Messkonzepts mit einem Zähler am Hausanschluss plus Unterzählern je Wohnung. Standard für moderne Mieterstrom- und Gebäudeversorgungs-Konzepte, ermöglicht virtuelle Verteilung.

Lieferantenpflichten

Wer Strom an Mieter verkauft, wird zum Energielieferanten: EEG-Umlage-Abwicklung, Stromsteuer, Rechnungsstellung nach EnWG. Häufig Grund, externe Dienstleister oder die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung zu wählen.

Reststromlieferung

Damit Mieter eine Vollversorgung haben, wird zusätzlicher Strom aus dem Netz dazugeliefert. Üblich über Mieterstrom-Dienstleister oder einen kooperierenden Versorger.

WEG-Beschluss zu PV / Mieterstrom

In Wohnungseigentümergemeinschaften ist eine PV- oder Mieterstrom-Installation ein Beschlussgegenstand. Seit der WEG-Reform 2020 reicht meist eine einfache Mehrheit – die Kostenverteilung muss klar geregelt werden.

Wirtschaftlichkeitsrechnung Mieterstrom

Modellrechnung über typischerweise 20 Jahre: Erträge aus Mieterstrom + Einspeisung + Mieterstromzuschlag gegen Investition, Betrieb und Reststrombezug. Schlüsselgröße: kalkulierte Belegungsquote der Mieter.

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